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<title>Gemengesaat</title>
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<p>Als <b>Gemengesaat</b> bezeichnet man in der Landwirtschaft und im Gartenbau <a href="Saatgut" title="Saatgut">Saatgut</a>, das mehr als nur einen Typ Samen enthält. Oft werden Arten oder Varietäten gemischt. Sie können vom Landwirt oder vom Gärtner selbst hergestellt werden. Daneben gibt es handelsübliche Gemengesaaten. Die Anteile der Pflanzenarten werden in Prozent angegeben.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zweck">Zweck</h2></div>
<p>Gemengesaaten erfüllen in der Landwirtschaft verschiedene Zwecke. Zum einen stellen die verschiedenen Pflanzenarten unterschiedliche Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und Nährstoffe und können sich gegenseitig ergänzen. Sie eignen sich als <a href="Zwischenfrucht" title="Zwischenfrucht">Zwischenfrüchte</a>. Sie können auch zur ausbalancierten Ernte verwendet werden, zum Beispiel wenn Futter für die Tierhaltung benötigt wird. Dann wird das Saatgut so zusammengestellt, dass die geernteten Erträge der gewünschten Zusammensetzung (Proteine, Kohlenhydrate) entsprechen.
</p><p>Im Gartenbau werden Gemengesaaten zur flächendeckenden Bestellung von Blumenfeldern verwendet.
</p><p>Beim Anbau ist darauf zu achten, dass bestimmte Witterungs- und Bodeneinflüsse die beteiligten Früchte unterschiedlich treffen. Durch Bodenfröste oder niederschlagsreiche Tage können Früchte selektiv ausfallen. Bei der Ernte muss oft ein genauer Zeitpunkt eingehalten werden, da die Pflanzen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Optima erreichen. Gemengesaaten sind deshalb oft nicht für eine länger andauernde Aberntung geeignet. Im Gartenbau können sie jedoch für eine wechselnde Erscheinung der Felder sorgen, wenn sich die Blühperioden aneinander anschließen. Sie sind dann oft die einzige Möglichkeit, das Erscheinungsbild der Felder ohne Neubestellung zu ändern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vorteile">Vorteile</h2></div>
<ul><li>Durch den gemeinsamen Anbau von lagergefährdeten Getreidearten wie <a href="Roggen" title="Roggen">Roggen</a> und <a href="Hafer" title="Hafer">Hafer</a> zusammen mit standfesten Arten wie <a href="Gerste" title="Gerste">Gerste</a> und <a href="Weizen" title="Weizen">Weizen</a> kann <a href="Lagern_(Agrarwirtschaft)" title="Lagern (Agrarwirtschaft)">Lagergefahr</a> gemindert werden.</li>
<li>Anbau von <a href="Leguminosen" class="mw-redirect" title="Leguminosen">Leguminosen</a> (Stickstoffsammler, <a href="Kn%C3%B6llchenbakterien" title="Knöllchenbakterien">Knöllchenbakterien</a>) zusammen mit Früchten, die Stickstoff benötigen. Dies wird vor allem im <a href="%C3%96kolandbau" class="mw-redirect" title="Ökolandbau">Ökolandbau</a> durchgeführt, da dort der Einsatz von <a href="D%C3%BCnger" title="Dünger">Kunstdünger</a> nicht erlaubt ist.</li>
<li>Mehrerträge dadurch, das die Arten unterschiedliche <a href="Ressource" title="Ressource">Ressourcen</a> (<a href="Licht" title="Licht">Licht</a>, <a href="Wasser" title="Wasser">Wasser</a>) beziehungsweise diese Ressourcen zu unterschiedlichen Zeiten nutzen.</li>
<li>Eine Pflanze mit einer schnellen Frühentwicklung kann das Unkraut für Pflanzen mit einer späten Entwicklung unterdrücken (<a href="Kartoffel" title="Kartoffel">Kartoffel</a> und <a href="Sonnenblume" title="Sonnenblume">Sonnenblume</a>).</li>
<li>Bessere Ertragsstabilität, da die eine Frucht den schwachen Ertrag der Anderen ausgleichen kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Ressource zu wenig ist und die zweite Art besser damit umgehen kann.</li>
<li>In manchen Kombinationen (zum Beispiel <a href="Karotte" title="Karotte">Karotte</a> und <a href="Zwiebel" title="Zwiebel">Zwiebel</a>) wehrt eine Art den Schädling der anderen ab.</li>
<li>Nährstoffverluste können vermieden werden, da die Wurzeln der Pflanzen Nährstoffe und Boden (<a href="Erosion_(Geologie)" title="Erosion (Geologie)">Erosion</a>) festhalten.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nachteile">Nachteile</h2></div>
<ul><li>Die Ernte ist nicht sortenrein. Dadurch ist die Vermarktung schwieriger, da die Mischverhältnisse schwierig zu bestimmen sind und im Handel vor allem sortenreine Produkte (<a href="Weizenmehl" class="mw-redirect" title="Weizenmehl">Weizenmehl</a>, <a href="Haferflocken" title="Haferflocken">Haferflocken</a>) angeboten werden</li>
<li>Es ist schwierig den Erntezeitpunkt festzulegen, da die Früchte nicht immer gleichzeitig erntereif sind.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung">Herstellung</h2></div>
<p>Gemengesaaten werden heute durch Mischung von Reinsaaten hergestellt. Die Herstellung aus angebauten Gemengesaaten ist nur möglich, sofern die Pflanzenarten zur selben Zeit reif werden und auf dieselbe Weise geerntet werden können, was bei einigen Gräsern möglich ist. In aller Regel wird das Saatgut vor jeder Bestellung erneut gemischt, was auch den <a href="Besatz_(Getreide)" title="Besatz (Getreide)">Besatz</a> verringert. Eine nacheinander abfolgende Aussaat und Ernte, wie sie früher üblich war, ist heute nicht mehr gebräuchlich, weil sich die Prozentanteile der Samen durch unterschiedliche Wuchs- und Reifezeiten verändern. Eine nachträgliche Beimischung von Reinsaaten führt nicht zu gleichbleibender Qualität, was aber im ökologischen Anbau von Weideflächen auch erwünscht sein kann.
</p><p>Die Qualität von Gemengesaatgut ist schwerer zu beurteilen als bei Reinsaatgut. Für ein sicheres Urteil sind Keimversuche und Probesaaten unerlässlich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Handelsübliche_Gemengesaaten"><span id="Handels.C3.BCbliche_Gemengesaaten"></span>Handelsübliche Gemengesaaten</h2></div>
<ul><li><a href="Landsberger_Gemenge" title="Landsberger Gemenge">Landsberger Gemenge</a> für den <a href="Gr%C3%BCnfutter" class="mw-redirect" title="Grünfutter">Grünfutterbereich</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/e6ad3e80f8b8d4a4240335b3624e0baa.pdf/Brosch%C3%BCre_Gem_neu4.pdf">Broschüre Uni Göttingen</a></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-09-23" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Gemengesaat&amp;oldid=248842115">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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